1995 habe ich meinen ersten Computer von Apple gekauft. Ein Powerbook 5300. Die Motivation war zunächst Neugier. Ich wollte sehen, wie ein Computer ohne Microsoft Betriebssystem aussieht und funktioniert. Ich war 21 Jahre alt. Zu dieser Zeit hatte Apple das Image des Silicon Valley Underdogs. Über Windows hieß es, es sei eine schlechte Kopie des technisch überlegenen MacOS.
Schon in den 1980er Jahren hatten die VHS-Videorekorder das eigentlich überlegene Betamax verdrängt. Und mit Windows 3.11 begann sich diese Geschichte in den 1990ern zu wiederholen. Der einzige Unterschied: Im Milieu der Grafiker schien sich aller Kapitalismuslogik zum Trotz der Mac festgesetzt zu haben. Damals ein echter Kaufgrund. Denn auf den Konservatismus der Grafiker würde Verlass zu sein. So schnell wie ein Atari Falcon oder ein Acorn Archimedes würde der Macintosh nicht verschwinden. Der Mac könnte sich dauerhaft als eine Art Gallisches Dorf etablieren.
Das hat sich ja auch bewahrheitet. Über 13 Jahre lang bin ich den schicken Rechnern aus Cupertino treu geblieben, habe Claris Works gegen iWork getauscht und MacOS gegen MacOS X, habe iPods gekauft. Das volle Programm eben.
1998 – 30 Jahre nach dem legendären Comeback von Elvis Presley – gelang dem King of Mac, Steve Jobs, sein großes Comeback. Die Geschichte vom verlorenen Vater. Steve Jobs kehrt zurück und führt Apple aus der Krise. Sein größte Leistung war aus meiner Sicht die Einführung von MacOS X im Jahr 2001. In den sechs Jahren zuvor hatte Microsoft mit Windows 95 und Co. technologisch definitiv die Nase vorn. Ein schmachvolle Zeit, in der man versuchen musste die Vorteile von kooperativem Multitasking zu erklären. Erinnert sich noch wer an die MacOS Fehlermeldung mit der Bombe? Mit MacOS X aber hatten wir Mac-Nutzer plötzlich ein Betriebssystem auf dem Rechner, dass extrem fortgeschritten war. Ein echter Befreiungsschlag. Apple selbst traute dem Braten nicht und installierte auf seinen Macs einige Jahre lang zusätzlich noch das völlig veraltete MacOS 9. In den vergangenen Jahren hat das neue Mac Betriebssystem imposante Architektursprünge von PowerPC zu Intel und von Intel zu ARM (iPhone) gemacht und gut überstanden. Die iProgramme, also iTunes, iPhoto, iWork, aber auch iSync und iCal haben das OS Stück für Stück ergänzt und zu einer wirklich runden Sache gemacht. 1-Klick Backup und 1-Klick Userverschlüsselung. Alles wunderbar.
Schlagworte: Apple
August 18, 2008 um 8:10
Byebye Apple Computer…
Die Seite Bye-bye Apple Computer darf es eigentlich gar nicht geben… Mac-User sind ihren Produkten doch so treu wie sonst nur die Katholen ihrer Kirche – dachte ich zumindest immer (wenn auch – natürlich – in ihrem Kult viel stylischer und trendige….
August 22, 2008 um 7:07
Von Apple zu Linux…
Nicht nur Windows Benutzer steigen um: Bye-Bye Apple Computer…